Automatisierung als Erfolgsfaktor: Wer Angst hat, hat schon verloren

Ob in der Industrie, der Logistik oder der Softwarefertigung – ohne Roboter geht nichts mehr. Mit ihnen aber auch nicht immer. Noch ist ihre Macht beschränkt. Durch uns.

Die „Roboter-Gretchenfrage“ lautet: Ist er Freund oder Feind? Die brand eins schreibt 2014: „Doch am Roboter scheiden sich die Geister. Er gilt als Jobkiller oder Wirtschaftsmotor, Sklave oder Spielgefährte, Intelligenzbestie oder gefühllose Maschine. Er polarisiert, verunsichert, wird herbeigesehnt oder gefürchtet. Eines aber ist sicher: Er kommt auf uns zu. Unaufhaltsam.“

Je höher der Automatisierungsgrad, desto größer die Rendite

Roboter und damit Automatisierung ist das Kernelement von Industrie 4.0. Ein Thema, das seit Monaten in keiner politischen und wirtschaftlichen Diskussion fehlt. Es ist nicht nur den Medien, sondern auch Politik und Wirtschaft klar, dass Prozessabläufe weitgehend automatisiert werden und Mensch und Maschine enger zusammenrücken müssen. Nur das stellt sicher, dass wir im internationalen Wettbewerb bestehen und erfolgreich sein können. Der kausale Zusammenhang ist offensichtlich: Je höher der Automatisierungsgrad eines Unternehmens, desto höher sind Umsatzrendite und Qualität der Wertschöpfungskette. Also werden nur die Unternehmen erfolgreich sein, die IT – und damit Roboter – als strategischen Wertschöpfungsfaktor betrachten.

Die Unternehmensberatung McKinsey hat bereits 1995 in ihrer Studie „Excellence in Quality Management“ einen Zusammenhang zwischen dem Automatisierungsgrad und dem Erfolg eines Unternehmens hergestellt – am Beispiel Automotive. Während die Fehlerquote mit geringer Automation bei drei Prozent und die Umsatzrendite bei 0,6 Prozent lag, sank die Fehlerquote bei einer 100-prozentigen Automation auf 0,8 Prozent, die Umsatzrendite hingegen stieg auf 9,1 Prozent.

Auch PWC beschäftigte sich 2008 in einer Studie mit dem Wertbeitrag der IT zum Unternehmenserfolg. Die Quintessenz: Die Bedeutung der IT für Unternehmen nimmt stetig zu und wird sogar zum kritischen Erfolgsfaktor. Unter anderem wurde belegt, dass erfolgreiche Unternehmen ihre IT-Aufgaben unter Wettbewerbsbedingungen managen und somit einen hohen Wertbeitrag sicherstellen.

Konstanz vs. Kreativität

Warum besteht dieser Zusammenhang zwischen dem Automatisierungsgrad und dem Erfolg? Nun, Automaten oder Roboter sind leistungsfähiger als der Mensch. Bei steigender Produktivität senken sie die Lohnkosten. Sie sind immer verfügbar, brauchen keine Pause oder Schlaf, haben keine Probleme oder mal einen schlechten Tag. Standardisierte Arbeitsabläufe führen sie immer in der gleichen Qualität aus. Bei Änderungen oder Erweiterungen sind sie schneller eingelernt und einsatzbereit.

Menschen sind kreativ und zu selbstbestimmtem Handeln fähig. Das sind Eigenschaften, deren Potenzial bei immer wiederkehrenden, standardisierten Arbeitsprozessen vollständig ungenutzt bleibt. Gleichzeitig sind unsere Fähigkeiten nicht immer zu 100 Prozent (7/24) verfügbar. Warum also nicht die Tätigkeiten automatisieren, die zu Fehlern führen können? Und sich als Mensch auf das konzentrieren, was uns die Maschinen nicht abnehmen können, z.B. die Entwicklung von Strategien und Innovationen?

Sind wir bereit, „Hand in Hand“ zu arbeiten?

Automatisiert können Prozesse schneller und mit einer höheren Qualität abgewickelt werden. Das senkt die Kosten und steigert die Produktivität, was wiederum zu wachsenden Umsätzen führt. In Kombination mit motivierten und innovativen Mitarbeitern kann ein Unternehmen so eine steile Erfolgskurve erreichen. Dafür müssen aber alle – also Mensch und Maschine – „Hand in Hand“ arbeiten. Die Maschine wird tun, was wir ihr sagen! Aber sind wir bereit, ihr zu sagen, was sie tun soll?

Wie hoch ist der Automatisierungsgrad in Ihrem Unternehmen? Sind Sie als Mensch und Mitarbeiter bereit, Aufgaben an Maschinen abzugeben oder überwiegt die Furcht? Und was wäre die Alternative? Heute können wir noch gestalten. Aber wer heute Angst hat, hat morgen bereits verloren.

 

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