Freischaufeln von Kapazitäten – für mehr Kreativität

Im Rahmen des PM Camp Stuttgart 2015 startete Franziska Köppe die Blogparade „Projekt und Produkt“ und fragt hier nach erfolgsversprechenden Methoden für Produktentwicklung sowie Markteinführung und -bearbeitung. Meine Antwort: Automatisierung.

Die Blogparade beschäftigt sich mit dem Wandel der Produktwelt – von Langlebigkeit und Qualität hin zu „jeder will das Neuste haben“. Parallel steigen sowohl der Kosten- als auch der Zeit- und Erfolgsdruck. Der Mensch wird dabei zunehmend auf seine Produktivität reduziert. Darüber hinaus stellt Franziska Köppe einige Thesen dazu auf, was kleine und mittelständische Unternehmen im Investitionsgüter- und B2B-Bereich erfolgreich macht.

Automatisierung schafft Raum für Kreativität

Zunächst einmal möchte ich auf den Aspekt „der Mensch und seine Produktivität“ eingehen. Das ist genau das Thema meines letzten Blogartikels „Automatisierung als Erfolgsfaktor: Wer Angst hat, hat schon verloren“. Hier beleuchte ich einen Automatisierungs- bzw. Digitalisierungsansatz: All das, was der Mensch unter großem Zeit- und Kostendruck – gleichzeitig aber in hoher Qualität und ggf. repetitiv – produzieren soll, kann von Maschinen übernommen werden. Der Mensch kann, nein, er muss sich Gedanken über das WAS und WIE machen. Die eigentliche Umsetzung muss aber nicht zwangsläufig durch ihn erfolgen. Wenn diese automatisiert erfolgt, hat der Mensch mehr Zeit für die kreativen Aspekte: Wer sind meine Zielkunden? Was brauchen sie? Wie kann ich das zeitnah umsetzen (lassen)?

Natürlich gibt es Menschen, die unter Druck besser performen – die meisten sind in einer solchen Situation allerdings nicht besonders kreativ. Wer permanent unter starkem Druck steht und erfolgreiche Produkte (das lässt sich auch auf Software übertragen) auf den Markt bringen soll, wird daran irgendwann zugrunde gehen. Gerade im Softwarebereich ist die Umsetzung ja meist aufwendiger als die Vorüberlegungen. Eine Automatisierung der Prozesse hilft uns, uns auf unsere Kernkompetenzen zu konzentrieren. Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht alles kann automatisiert, nicht jeder Arbeitsschritt von einer Maschine übernommen werden. Aber wir haben hier in Deutschland noch sehr viel Luft nach oben.

Eine Win-win-Situation schaffen

Höher, schneller, bunter, weiter – der Markt rund um Produkte verändert sich rasant und Franziska Köppe spricht in ihrem Blogbeitrag auch die Schattenseiten an: nicht zuletzt den zügellosen Ressourcenverbrauch (Rohstoffe + Mensch). Hier stimme ich ihr zu: Großkonzerne, v.a. Platzhirsche wie z.B. Apple, Google, Amazon und Zalando, müssen sich wenig Gedanken über ethisches Verhalten machen. Solange sie den Markt dominieren und gute Produkte (zu guten Preisen) anbieten, wird der Endkunde gelassen reagieren. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sieht die Sache anders aus. Sie wachsen in der Regel über Mund-zu-Mund-Propaganda. Ist der Kunde zufrieden, wird er das Unternehmen weiterempfehlen. Dazu muss es als zuverlässig, qualitätsbewusst und preisattraktiv eingestuft werden, die Produkte/Lösungen außerdem exakt den Kundenanforderungen entsprechen. Der zentrale Unterschied zu dominanten Konzernen: Selbst wenn der Kunde das Produkt „liebt“, ist die Gefahr groß, ihn durch unethisches Verhalten an den Wettbewerb zu verlieren. Dieser wird schnell in der Lage sein, das Produkt ebenfalls zu vertreiben – den Kundenanforderungen entsprechend und in Kombination mit einem positiven WIE.

Im besten Fall überzeugt ein Unternehmen mit guten Produkten und ethischen Standards und Verhaltensweisen – egal, ob Konzern oder KMU. Um am Ende die gleichen Ergebnisse zu produzieren, bedarf es auf Seite des Mittelstandes aber einer neuen Umsetzungsstrategie (ich unterstelle mal, dass der qualitative Kreativprozess bei allen Unternehmen gleich ist): Weg von der manuellen Fertigung, hin zur Automatisierung. Dadurch werden Kapazitäten frei (Mensch), die anderweitig (kreativ) eingesetzt werden können. Das verkürzt auch die Time-to-Market. Also eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

 

Bildquelle: Shutterstock

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