Automated Marketing

Everything is automated – Automatisierung im Marketing 4.0

Im Zeitalter des Marketings 4.0 erfolgen Maßnahmen zunehmend technologiegestützt. Treibt man diese Entwicklung auf die Spitze, gelangt man schnell zu automatisierten Erscheinungsformen des Marketings.

Im ersten Teil dieser Blogserie habe ich beschrieben, durch welche Charakteristika sich Marketing im digitalen Zeitalter auszeichnet und inwiefern es sich von klassischen Vorgehensweisen unterscheidet. Diese Woche möchte ich noch einen Schritt weiter gehen und mich dem Automated Marketing als Extremform des digitalisierten Marketings widmen.

Nähern wir uns dem Thema doch erneut über eine Definition. Hubspot, Anbieter einer der bekanntesten Automatisierungs-Plattformen auf dem Markt, definiert Automated Marketing in seinem Idealzustand als „software and tactics that allow companies to buy and sell like Amazon – that is, to nurture prospects with highly personalized, useful content that helps convert prospects to customers and turn customers into delighted customers.” Im Klartext: Interessenten sollen mittels automatisch generierter, zielgerichteter und nützlicher Inhalte in Kunden verwandelt werden – und dabei auch noch glücklich sein.

So funktioniert Automated Marketing

Wie schafft man nun einen glücklichen Kunden? Zuerst einmal gilt es, in ihm das Gefühl zu erwecken, dass er die Zügel selbst in der Hand hält. Heutzutage nennt man diese Strategie Inbound Marketing, denn sie basiert darauf, vom potenziellen Kunden zum passenden Zeitpunkt selbstständig gefunden zu werden. Von der Automatisierungswarte her betrachtet bedeutet dies: Der Verantwortliche im Unternehmen bereitet spezifische Aktionen vor und sorgt dafür, dass sie automatisch geschaltet werden. Ganz dem Wesen des digitalen Marketings entsprechend steht der Kunde hier im Mittelpunkt. Er alleine bestimmt, wann die Marketingaktionen zum Greifen kommen, während der Marketing Engineer nur bei deren Aufsetzen und natürlich bei der schlussendlichen Auswertung aktiv wird.

Einer der wichtigsten Aspekte im automatisierten Marketing ist der der Relevanz. Setzt man Marketingaktionen nämlich lediglich auf und hofft dann auf deren automatisierte Verbreitung, ist es von immenser Bedeutung, die relevanten Personenkreise zu erreichen. Bei 41 Millionen Deutschen, die im Jahr 2014 täglich das Internet nutzten, ist der Streuverlust ansonsten schlicht und einfach zu hoch. Um die erforderliche Einsicht zu erlangen, sind umfangreiche Analysen notwendig – von einer Auswertung der vorhandenen Besucherdaten über Kundenumfragen bis hin zum direkten Feedback über die Kommentarfunktion.

Beispiele für automatisierte Verfahrensweisen: SEO und SEA

Mustergültige Beispiele für automatisierte Marketingverfahren sind etwa die beiden Teilbereiche des Suchmaschinenmarketings. SEO-Experten optimieren Websites proaktiv, um anschließend von den potenziellen Kunden über die verschiedenen Suchmaschinen gefunden zu werden. Im Bereich des Search Engine Advertising (SEA) funktioniert das Ganze sogar noch direkter: Der Marketingverantwortliche erstellt Werbeanzeigen und reicht diese bei einschlägigen Diensten wie Google AdWords oder Bing Ads ein, die sie dann gemeinsam mit den organischen Suchergebnissen ausliefern. Beim Klick auf eine Anzeige fallen für den Urheber Kosten an. Und wer klickt auf eine Anzeige? Richtig, diejenigen Internetnutzer, die sich für das Angebot interessieren und bei denen eine prinzipielle Kaufbereitschaft vorliegt. Stichwort Zielgruppenrelevanz.

Doch nicht nur die Schaltung der Anzeigen erfolgt automatisch über die jeweiligen Plattformen, sondern auch die Optimierung der Kampagnen. AdWords ermöglicht beispielsweise eine Optimierung der Anzeigenrotation auf zwei verschiedene Ergebnistypen hin: Entweder werden die Anzeigen am häufigsten geschaltet, die die meisten Klicks generieren, oder diejenigen, die mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer Conversion führen. Und es geht sogar noch einen Schritt weiter: Automatisierte Regeln sind in der Lage, die Konteneinstellungen immer dann anzupassen, wenn bestimmte Ereignisse auftreten. So lässt sich unter anderem festlegen, dass das Gebot zur Anzeigenschaltung genau dann automatisch erhöht werden soll, wenn die eigenen Anzeigen auf die zweite Ergebnisseite abrutschen.

Die Möglichkeiten des automatisierten Marketings sind mit den Teilbereichen SEO und SEA noch keineswegs ausgeschöpft. Verschiedene Tools wie der anfangs erwähnte Hubspot, aber auch andere Anbieter wie Marketo oder Eloqua bieten einen regelrechten Rundumschlag an automatisierten Verfahrensweisen – vom E-Mail-Versand über automatisch generierte Statistiken bis hin zu umfassenden Planungsfunktionalitäten.

…und was bedeutet das für uns?

Automated Marketing sorgt dafür, dass Aktionen zielgruppenspezifischer werden und der Streuverlust auf ein Minimum reduziert wird. Für den Marketingverantwortlichen bedeutet dies aber nicht einfach nur eine gesteigerte Effizienz seiner Kampagnen. Auch sein Arbeitsalltag wird durch automatisierte Verfahren zu einem erheblichen Teil beeinflusst. Denn wenn er die Verteilung seiner Kampagnen nicht mehr selbst in die Hand nehmen muss, bleibt ihm deutlich mehr Zeit für kreative Aufgaben. In der Folge werden seine Ergebnisse abwechslungsreicher und insgesamt gesehen hochwertiger.

Die Automatisierung treibt uns geradewegs in ein neues Zeitalter des Marketings. Stumpfsinnige Aufgaben werden zukünftig vermehrt von Robotern ausgeführt, während der Mensch – keinesfalls obsolet geworden – seinem kreativen Wesen freien Lauf lassen kann. Die Ära des Marketings 4.0 ist angebrochen.

 

Bildquelle: Shutterstock

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