Die IT-Trends 2016: Alte Bekannte dominieren

Das sind sie – die IT-Trends 2016: Big Data & Data Analytics (→), Cloud Computing (→), Internet of Things (↑) und IT-Security (↓). Keine großen Veränderungen zu 2015. Und eigentlich ist auch erst einmal Aufräumen angesagt. 

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich das Jahr 2015 Revue passieren lassen, indem ich die prognostizierten Trends mit den durchgeführten Projekten verglichen habe. Das Ergebnis hat mich nicht sonderlich überrascht: Die meisten Unternehmen digitalisieren zwar, räumen aber hauptsächlich (ihre IT) auf. Das bestätigt übrigens auch die aktuelle Anwenderstudie „IT-Kompass 2016“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IDC gemeinsam mit der Computerwoche.

Wenig Neues, aber Uneinigkeit beim Status quo

Eine Trendprognose jagte in den letzten Wochen die andere. Ob Verband, Beratungshaus oder Forschungseinrichtung – jeder hatte etwas beizutragen. Viel zu lesen also. Nachdem ich mich durch alle Veröffentlichungen gekämpft hatte, kristallisierte sich Folgendes heraus: viel Wind um wenig Neues. Die drei wichtigsten Themen sind nach wie vor Big Data & Data Analytics, Cloud Computing sowie IT-Sicherheit. Dem Internet of Things wurde letztes Jahr eine geringere Bedeutung beigemessen, den DevOps eine größere. Uneinigkeit besteht in der Frage, wie intensiv sich Unternehmen mit den Trendthemen beschäftigen: Einige Analysen gehen davon aus, dass die Grundlagen bereits gelegt sind und die Projektarbeiten nun intensiviert werden. Andere folgen meiner These und weisen darauf hin, dass aktuell die notwendigen Vorarbeiten (z.B. Rationalisierung des Applikationsportfolios) geleistet werden. Am Ende des Beitrags finden sich einige von mir herangezogene Quellen.

Organisatorische Herausforderungen

Für zentral halte ich zwei zwar nicht neue, aber deshalb nicht weniger wichtige Aussagen, die grundsätzliche Notwendigkeiten definieren:

  1. Es fehlen nach wie vor benötigte Skills, um Trendprojekte zu realisieren. Insofern wird dem Skill Management bzw. Sourcing eine hohe Bedeutung beigemessen, auch wenn es nicht zu den Top-Themen gehört. Die Veränderung der Skill-Anforderungen aufgrund der Digitalisierung hat in diesem Blog bereits Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation) thematisiert.
  2. IT-Organisationen werden sich neu aufstellen müssen. Zum einen müssen sie sich stärker mit dem Management verzahnen, um damit einen Bedeutungszuwachs zu generieren. Zum anderen dürfen sie nicht mehr ausschließlich auf die Digitalisierung bestehender Prozesse programmiert sein, sondern müssen sich auch um die Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Services kümmern. Also quasi einen Spagat leisten.

Aufräumarbeiten scheinen auch 2016 Ziel vieler IT-Entscheider zu sein

Aber noch einmal zurück zum „IT-Kompass 2016“. Seine Ergebnisse wurden letzte Woche veröffentlicht und sind aus meiner Sicht aussagekräftiger als sämtliche Trendprognosen: Unternehmen stehen zwischen Kostendruck und Innovation. Demnach muss die IT neben der Digitalisierung noch eine ganz andere Herausforderung meistern: die Bestands-IT optimieren. Und das sowohl hardware- als auch softwareseitig.

Hardwareseitig ist laut der 364 befragten IT-Entscheider die Reduzierung der Betriebskosten das wichtigste Thema, gefolgt von der Server-Konsolidierung/Virtualisierung und der Standardisierung der Infrastruktur. Einen Großteil des IT-Budgets (60 bis 80 Prozent) verschlingt der IT-Betrieb. Mit Virtualisierung und Standardisierung soll zukünftig der manuelle Aufwand reduziert werden (Platz 5: Automatisierung des Infrastruktur-Managements). Zwar spielen auch im Bereich Software die Kosten eine große Rolle. Eine Senkung der Wartungskosten liegt mit 29 Prozent auf Platz 5. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass eine Konsolidierung der Applikationslandschaft (Platz 1 mit 44 Prozent) sowie die Optimierung der IT-Infrastruktur Voraussetzung für die Umsetzung von Innovationen sind. Das eine kann ohne das andere nicht funktionieren.

Die digitale Transformation ist vielleicht noch nicht bei jedem angekommen, aber auch bei denen, die ihre Agenda (zumindest langfristig) bereits danach ausgerichtet haben, stehen noch Aufräumarbeiten an. Und dabei ist für mich die folgende Gleichung der springende Punkt: Kostendruck bedeutet Optimierung – Optimierung bedeutet Innovation. Und diese beginnt manchmal eben auch an der Basis.

Quellen:

 

Bildquelle: Shutterstock

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