Die IT-Trends 2017: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Die IT-Trends 2017: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Bei den IT-Trends 2017 stehen digitale Helfer ganz oben auf der Liste. Im Vergleich zu 2016 scheinen sich die Prioritäten verschoben zu haben: Vor allem IT-Security und Cloud Computing haben an Boden verloren.

Bereits 2016 habe ich die prognostizierten IT-Trends aufgezeigt und sie im Rückblick mit den tatsächlich durchgeführten Projekten verglichen. Gespannt auf die Entwicklung habe ich mich auch dieses Jahr wieder durch zahlreiche Veröffentlichungen gekämpft. Hier also die IT-Trends 2017 auf einen Blick:

  1. Artificial Intelligence (↑)
  2. Big Data & Data Analytics (↓)
  3. Internet of Things (↑)
  4. Business Process Management / Digitalisierung (↑)
  5. Augmented Reality und Virtual Reality (↑)
  6. IT-Security (↓)
  7. Cloud-Computing (↓)

Grundlage für diese Liste sind Trendstudien und -artikel der diversen Beratungshäuser, Forschungseinrichtungen und Verbände. Parallel dazu scanne ich täglich verschiedene Magazine und Websites – um festzustellen, dass in der Bewertung dieses Jahr durchaus Diskrepanzen auftreten.

Die Trend-Verlierer 2017

Blicken wir zunächst auf die (vermeintlichen) Verlierer: Standen Cloud Computing und IT-Security 2016 noch ganz oben auf der Liste, sind sie in den Trendprognosen für 2017 abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Trotzdem haben beide Themen bei CIOs und CDOs hohe Priorität. Der steigende Kosten- und Wettbewerbsdruck führt zu einer Fokussierung auf das Kerngeschäft sowie Auslagerungen: Unternehmen beziehen mehr und mehr eigene wie auch Fremdlösungen aus der Cloud. Das Stichwort ist hier „optimiertes Vendormanagement“. Die hohe Priorität im Bereich IT-Security resultiert nicht zuletzt aus der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung. Darüber hinaus zeigen Hackerangriffe immer wieder die Schwächen und Grenzen der aktuellen Sicherheitsstandards auf.

Leicht an Bedeutung verloren hat der Themenkomplex Big Data & Data Analytics. Aber auch hier kristallisiert sich heraus, dass die Trendübersichten nicht zwangsläufig den Status quo widerspiegeln: Sie bilden lediglich einen kleinen, zeitlich begrenzten Meinungsausschnitt ab. Daten sind – aus meiner Sicht – nicht nur nach wie vor ein wichtiges Thema, sondern das Thema überhaupt – bilden sie doch die Basis sämtlicher IoT- und Digitalisierungsprojekte. Sie ermöglichen wertvolle Einsichten und die Ableitung entsprechender Konsequenzen und Aktionen. Eine mögliche Erklärung für die zum Vorjahr verschlechterte Platzierung könnte sein, dass das Thema mittlerweile als „gesetzt“ angesehen wird.

Die Trend-Gewinner 2017

Nun aber zu den Aufsteigern: Die absoluten Gewinner sind digitale Helfer in Form von Artificial Intelligence, Augmented und Virtual Reality. Menschen treffen heute kaum noch Entscheidungen, ohne einen Blick in die digitale Welt zu werfen. Die Realität kann mit digitalen Informationen angereichert werden – und das in Echtzeit. Darüber hinaus sind die digitalen Helfer lernfähig und stehen dem Menschen unterstützend zur Seite. In vielen Bereichen arbeiten Roboter und Mensch schon heute Hand in Hand. Alle drei Technologien sind ein wesentlicher Treiber für die Zukunft.

Leicht an Bedeutung gewonnen haben das Business Process Management (BPM) und das Internet of Things (IoT). Hier fällt vor allem ein Wechsel im Wording auf: Anstatt BPM fallen zunehmend die Begriffe Digitalisierung oder Automatisierung. Zudem werden nicht mehr nur Geschäftsprozesse, sondern gleich ganze Geschäftsmodelle digitalisiert. Allerdings stehen Unternehmen in diesem Umfeld noch immer vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung steht das IoT – als konkrete Ausgestaltung der Digitalisierung.

Das Ergebnis: Alter Wein…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen IT-Trends die alten sind: Manche Themen wurden zusammengefasst, andere umbenannt – aber unter dem Strich steht der gleiche Inhalt. Die grundlegenden Herausforderungen haben sich nicht verändert. Was zunimmt, sind die Komplexität und die Dynamik des technologischen Fortschritts. Welche Umsetzungsstrategie und Technologie unter dem Strich die beste ist, muss jedes Unternehmen individuell für sich entscheiden. Darin besteht die Kür.

(Haupt-)Quellen:

 

Bildquelle: Shutterstock

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