IT-Trends: Hypethemen, die (noch) keiner braucht

Verbände, Beratungshäuser, Forschungseinrichtungen und Fachmagazine – sie alle haben die IT-Trends 2016 in den letzten Wochen ausführlich beleuchtet. Ich sage: die meisten Unternehmen sind für diese gar nicht bereit.

Prophezeiung vs. Realität: Um aufzuzeigen, wie weit die Dimensionen auseinanderliegen, möchte ich das Jahr 2015 Revue passieren lassen. Was waren die prognostizierten Trends und welche Projekte wurden am Ende tatsächlich durchgeführt? Blickt man auf die Voraussagen von IDC, Gartner und Bitkom kristallisieren sich vier Themen heraus: Big Data & Data Analytics, IT-Security, Cloud Computing und DevOps. So weit so klar – allerdings nur, bis man das Ganze mit den IT-Projekten des Jahres 2015 vergleicht.

Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen

CIO stellt auf 141 Seiten branchenübergreifend 62 IT-Projekte vor. Und davon beschäftigen sich die wenigsten mit den erwarteten Trendthemen. Genauer gesagt sind es nur 17 Prozent. Der Rest entfällt u.a. auf die Automatisierung interner Prozesse, Outsourcing oder die Modernisierung/Optimierung/Standardisierung der IT. Ein Bild, das sich auch mit meiner Praxiserfahrung deckt. Darauf basierend möchte ich drei grundsätzliche Schlussfolgerungen ziehen: Unternehmen…

  1. … verfolgen erste Digitalisierungsansätze: Prozesse wie z.B. die Einsatzplanung von Personal, die Lagerverwaltung oder das Dokumentenhandling werden automatisiert.
  2. … fokussieren sich auf ihre Kernkompetenzen: Rund 14 Prozent der Projekte beschäftigen sich mit dem Outsourcing von IT oder Supportleistungen.
  3. … räumen auf: Den größten Anteil – fast 30 Prozent – haben Modernisierungs-, Optimierungs- bzw. Standardisierungsthemen. Anwendungen werden vereinheitlicht, erneuert, reduziert oder auch ausgetauscht.

Das wiederum bringt mich zu meiner Kernthese:

Unternehmen sind noch gar nicht bereit für die aktuellen Trendthemen. Die meisten müssen erst noch grundsätzliche Vorarbeiten leisten, bevor sie den nächsten Schritt gehen können.

Licht am Ende des Hypes?

Prophezeiung und Realität sind also höchstens in kleinen Teilen deckungsgleich – auf der Tagesordnung stehen in erster Linie Themen abseits der Trends. Und noch ein weiterer Punkt fällt auf: So einige der Hypethemen der letzten Jahre tauchen 2016 nur noch am Rande auf (z.B. Social Media oder Mobile Computing). Andere hingegen entwickeln sich vom Hype zum Dauerbrenner. Dazu passend hat mein Kollege Dr. Rainer Hahn im IT Finanzmagazin kürzlich das Ende des Big-Data-Hypes am Beispiel der Versicherungsbranche thematisiert. Dabei stellt er die These auf, dass viele Technologien erst nach Ende des Hypes wirklich greifen können.

Wie sieht es bei Ihnen aus: Schwimmen Sie auf der Trendwelle oder fokussieren Sie aktuell andere Themen?

 

Bildquelle: Shutterstock

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