Zeit ist Geld: So teuer sind Ausfallzeiten wirklich

Zeit ist Geld: So teuer sind Ausfallzeiten wirklich

Vor einigen Tagen machte Facebook wieder einmal dadurch Schlagzeilen, dass das soziale Netzwerk für nahezu eine Stunde nicht funktionierte. Was für die einen ärgerlich war, hatte für die Betreiber weitreichende Folgen.

Während sich die Nutzer lediglich darüber beklagten, dass sie für einen kurzen Zeitraum keine Fotos hochladen, keine interessanten Beiträge teilen oder nicht mit ihren Freunden chatten konnten, hatten die Betreiber des Netzwerks ganz andere Sorgen. Dieses finanziert sich nämlich zu einem großen Teil aus personalisierter, auf den Nutzer zugeschnittener Werbung, die Unternehmen auf der Plattform schalten. Und hier gilt das Prinzip Cost-per-Click bzw. -Impression – erst wenn eine Werbeanzeige angeklickt (Click) bzw. angezeigt (Impression) wird, fallen Kosten an. Ist Facebook also offline, werden auch keine Anzeigen geschaltet und dem Betreiber entgehen Werbeeinnahmen.

Das Newsportal The Wire hat ausgerechnet, dass Facebook während seines rund 20-minütigen Ausfalls im August 2014 auf diese Weise über 400.000 US-Dollar verloren hat. Verdreifachen wir nun diese Zahl und ziehen außerdem die wachsende Verbreitung von Facebook-Werbeanzeigen in Betracht, bekommen wir eine ungefähre Vorstellung davon, was der jüngste Vorfall am Firmenhauptsitz im kalifornischen Menlo Park angerichtet hat.

Die Kosten von IT-Ausfallzeiten

Selbstverständlich schwanken die durch eine derartige Ausfallzeit verursachten Kosten stark von Unternehmen zu Unternehmen bzw. von Branche zu Branche. So hat ein rein auf das Online-Geschäft fokussierter Anbieter wie Facebook natürlich heftiger an einer Downtime zu knabbern als beispielsweise eine Restaurantkette, deren Webauftritt für kurze Zeit nicht erreichbar ist. Davon abgesehen gilt in der Regel: je größer das Unternehmen, desto gravierender die durch eine Downtime verursachten Verluste. Schließlich steigt mit der Unternehmensgröße auch die Nutzung der eingesetzten Systeme und somit die Anzahl der davon abhängigen Prozesse.

Einer Studie von AppDynamics zufolge betragen die Kosten eines kritischen Anwendungsausfalls für Fortune-1000-Unternehmen durchschnittlich 500.000 bis eine Million US-Dollar pro Stunde. Fällt „nur“ die Infrastruktur aus, wird es hingegen nicht ganz so teuer – in diesem Fall gehen nur rund 100.000 US-Dollar pro Stunde drauf. Pro Jahr müssen die 1000 wirtschaftsstärksten Unternehmen der USA mit durch Ausfallzeiten bedingten Verlusten zwischen 1,25 und 2,5 Milliarden US-Dollar rechnen. Ein Kostenpunkt, der keineswegs vernachlässigt werden sollte.

Warum sind Ausfallzeiten so teuer?

Der Grund für diese immens hohen Kosten einer Downtime ist in der immer umfangreicheren Digitalisierung verschiedenster Unternehmensprozesse zu suchen. Was ursprünglich deren Effizienz steigern sollte, zieht im Falle eines Ausfalls nämlich erhebliche Risiken mit sich – besonders dann, wenn die IT die Prozesse nicht nur unterstützt, sondern auch steuert. Je nach Digitalisierungs- bzw. Automatisierungsgrad kann es so im schlimmsten Fall passieren, dass während einer Downtime die gesamte Produktion oder Auslieferung zum Stillstand kommt.

Aber im Zusammenhang mit Ausfallzeiten steht noch deutlich mehr auf dem Spiel als nur Geld. Von mindestens genauso großer Bedeutung ist der mit ungeplant auftretenden Downtimes verbundene Image- und Vertrauensverlust eines Unternehmens und seiner Produkte.

Sonys Playstation Network hat beispielsweise den weitverbreiteten Ruf, wesentlich häufiger (und im Übrigen auch gerne mal an Feiertagen) auszufallen als der entsprechende Dienst Xbox Live von Microsoft, dem Hauptkonkurrenten auf dem Spielekonsolenmarkt. Steht ein Gamer vor der Entscheidung zwischen den beiden Konsolen, könnte ausgerechnet dieser Faktor das Zünglein an der Waage sein. Diese Situation lässt sich eins zu eins auf B2B-Szenarien übertragen: Ist ein Lieferant aufgrund eines Ausfalls seiner Systeme nicht in der Lage, seine Ware zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt abzuliefern, besteht die Gefahr, dass die eigene Produktionskette ebenfalls zum Stillstand kommt. Nicht wenige Unternehmen geraten nach einem solchen Vorfall an den Punkt, die Auswahl ihrer Lieferanten noch einmal gründlich zu überdenken.

Hochverfügbare Systeme als Ausweg?

Was also tun, um die verheerenden Folgen von Ausfallzeiten in den Griff zu bekommen und die anfallenden Kosten zu reduzieren? Einen möglichen Ausweg aus der Kostenfalle stellen hochverfügbare Systeme dar, deren Betreiber eine Verfügbarkeit von über 99,9 Prozent zusichern und diese unter anderem durch robuste Systeme und die Redundanz kritischer Komponenten gewährleisten. Den Preis zur Nutzung eines solchen Systems gilt es, gegenüber den durch eine Downtime verursachten Kosten abzuwägen, wobei der erste Schritt stets in der detaillierten Analyse dieses Kostenpunktes liegen muss. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen lassen sich schlussendlich Handlungsempfehlungen zur Kostenreduzierung in der Unternehmens-IT ableiten.

 

Bildquelle: Shutterstock

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.