Apples Entwicklerkonferenz WWDC – nun also der HomePod

Apples Entwicklerkonferenz WWDC – nun also der HomePod

Das Highlight – das “one last thing” – kam wie immer ganz zum Schluss. Auf der WWDC hat Apple seinen lange erwarteten Lautsprecher vorgestellt: den HomePod. Ein Frontalangriff auf Amazons Echo und Googles Home?

Nachdem ich an dieser Stelle vor Kurzem die Ergebnisse der Google-Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt habe, möchte ich heute die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC Revue passieren lassen.

Vieles wurde während der Keynote präsentiert: neue iPads, bessere iMacs, Neuerungen bei Apple Watch und Apple TV. Nicht zu vernachlässigen das neue Betriebssystem iOS 11, das ab Ende Juni in einer Beta-Version zum Testen zur Verfügung steht und im Herbst ausgerollt werden soll. Auch hier gäbe es vieles zu berichten: von einem komplett umgestalteten Kontrollzentrum, einer neuen Stimme für Siri oder auch von einer App, in der – endlich! – alle online und offline gespeicherte Daten auf einen Blick verwaltet werden können. Heute möchte ich mich aber auf die erste wirkliche Neuheit von Apple seit 2014 fokussieren: den HomePod – einen smarten Lautsprecher.

Musik im Fokus

Interessant zum einen, weil, wie mein Kollege Andreas Rinner kürzlich in seinem Blogbeitrag zu Amazons Alexa bereits dargestellt hat, Sprachsteuerung ganz generell eine immer bedeutendere Rolle einnehmen wird. Zum anderen, weil Apple in diesem Fall seiner einstigen Vorreiterrolle in keiner Weise gerecht wird: Sind doch die Pendants wie Amazons Alexa und auch Google Home schon länger auf dem Markt (etabliert). Wie will es Apple also schaffen, sich im Markt zu positionieren und was bietet der HomePod außer einem seltsam klingenden Namen?

Zunächst fällt auf, dass der Fokus stark auf der Musikwiedergabe liegt. Die sechs eingebauten Mikrofone sorgen im Zusammenspiel mit einem A8-Prozessor nicht nur dafür, dass sich der HomePod von jeder Perspektive aus gut steuern lässt – sie messen auch permanent die Schallwellen, um den Klang an die Position des Lautsprechers anzupassen. Sollte diese Funktion in der Praxis wirklich so einfach funktionieren, wäre dies in der Tat ein echtes Novum. Wird sonst doch immer ein Mithelfen des Nutzers erwartet, um dem Lautsprecher zu perfektem Klang zu verhelfen. Ob der Nutzer nur via Apple Music in den Genuss dieses perfekten Musikvergnügens kommen kann, oder ob auch andere Dienste, wie z.B. Spotify, eingebunden werden können, ist bislang noch offen.

Darüber hinaus wird der HomePod natürlich auch Siri im Gepäck haben. Neben den Aufgaben, die Siri bereits jetzt erledigt – seien es Erinnerungen an Termine, die Beantwortung einfacher Fragen oder das Schreiben von Nachrichten – soll sie zukünftig auch helfen, das Smart Home zu steuern. Dabei besticht Apple mit der Funktion, dass Siri das Gesprochene erst dann mithört, wenn sie mittels des „Hey Siri“-Befehls aufgeweckt wurde. Anfragen sollen wenn möglich lokal – also ohne Reise durch das Internet – bearbeitet werden und wenn dies nicht realisierbar ist, nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt und mit einer anonymen Siri-ID übertragen werden.

Reicht die Intelligenz?

Leider können wir uns mit unserer Einschätzung derzeit nur auf die Informationen von Apple selbst verlassen. Bis der HomePod tatsächlich zum stolzen Preis von $349 zu kaufen sein wird, wird es Ende des Jahres werden. Und auch dann werden erst einmal die USA, Großbritannien und Australien an der Reihe sein – andere Länder, wie auch Deutschland, sollen erst 2018 in den Genuss des HomePod kommen.

Momentan scheint es so, dass Apple seinen Schwerpunkt beim HomePod auf den musikalischen Klang legt: das Gerät soll gute Musik machen. Verglichen mit den Konkurrenten Amazon und Google wirken die Fähigkeiten in künstlicher Intelligenz eher klein. Kann Apple das Musikhören nochmal in gleicher Weise revolutionieren wie mit dem iPod? Reichen die Funktionen und Fähigkeiten, um sich gegen die bereits am Markt verbreiteten und günstigeren Wettbewerber durchzusetzen? Spannende Fragen, auf die es frühestens im Laufe des nächsten Jahres Antworten geben wird – wir werden den Markt auf jeden Fall weiter genau beobachten.

 

Bildquelle: Shutterstock

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