Transparenz als Erfolgsfaktor – das Metadaten-Repository als Schlüssel

IT-Systeme sind komplexe Strukturen aus Soft- und Hardware. Veränderungen und Störungen – auch an einzelnen Komponenten – können die Geschäftsprozesse negativ beeinflussen. Ein Metadaten-Repository kann für die notwendige Transparenz und Sicherheit sorgen.

Die Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an die Leistungsfähigkeit der IT. Diese muss sich schnell und flexibel entlang neuer Geschäftsmodelle ausrichten. Die Folge: mehrschichtige, plattformübergreifende Architekturen. So findet die Unterstützung von Geschäftsprozessen zunehmend auf verteilten Soft- und Hardwarekomponenten statt. Die Architekturen wandeln sich von monolithischen Applikationen zu orchestrierten Services (SOA). Das wirft neue Anforderungen und Fragen bezüglich der Systemkomponenten auf: Um Impact-Analysen durchzuführen und systemübergreifende Zusammenhänge aufzuzeigen, reicht das Wissen über einzelne Komponentengruppen nicht mehr aus. Das Problem sind „Informationsinseln“, die einer effektiven Wartung sowie schnellen und zuverlässigen Systemänderungen im Weg stehen:

  • Kopfwissen innerhalb der Organisationseinheiten
  • Auswertungen mittels Entwicklungsumgebungen und individueller Werkzeuge auf Basis des Source Codes
  • Software-Inventare, Data-Dictionary-Systeme und lokale Repositories
  • Configuration-Management-Datenbanken (CMDB) und Monitoring-Systeme
  • Individuelle Dateien und Dokumentationsablagen über die Konfiguration

Metadaten-Repository als Single Point of Information

Repositories zur Speicherung von Metadaten existieren am IT-Markt bereits seit vielen Jahren. Der historische Use Case ist dabei der als Data-Dictionary-System. Die Möglichkeit, beliebige Metadaten-Entities und deren Abhängigkeiten zu speichern und auszuwerten, hat jedoch bald zu weiteren Einsatzszenarien geführt:

  • Datenmanagement
  • Modellmanagement
  • Entwicklungsdatenbank
  • Change- und Configuration-Management
  • Data Warehouse
  • Configuration-Management-Datenbank

Im Vordergrund steht jeweils die zentrale Zusammenführung von Informationen über IT-Systeme und Prozesse. Viele Unternehmen nutzen die gewonnenen Erkenntnisse, um Anforderungen im Bereich Business Intelligence umsetzen zu können. Dabei werden in erster Linie Use Cases wie Impact-Analysen und Data Lineage abgedeckt, aber auch Anwendungsfälle wie regulatorische Berichte und Dokumentationen unterstützt.

Die Anschaffung und der Betrieb eines Metadaten-Repositorys sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der IT. Die schnelle Reaktion auf neue Technologietrends sowie die Fähigkeit, Erweiterungen und Migrationen schnell und effizient durchführen zu können, sind heute zentrale Bausteine für Wettbewerbsfähigkeit. Aber nicht nur die IT profitiert – Metadaten sind auch für andere Fachbereiche eines Unternehmens wichtig. Beispielsweise in Form von fachlichen Beschreibungen oder Dokumentationen. Wissen Sie, wie viele Lines of Code in Ihrem Unternehmen in den verschiedenen Programmiersprachen existieren oder in welchen Programmen ein Feld Kundennummer bearbeitet wird? Wenn nicht, was müssen Sie dafür tun, diese Informationen in kürzester Zeit zu erhalten?

Ganzheitliche Transparenz

Kürzlich bauten wir für ein großes deutsches Versicherungsunternehmen ein plattformübergreifendes Repository auf. Dieses enthält Metadaten zu:

  • Aufbau und Struktur der Software-Elemente
  • Datenbanken
  • Job Control Language (JCL)
  • Transaktionsmonitor
  • Datenbanken (IMS, DB2)
  • Kommunikationswegen (MQSeries)
  • Mainframe-Anwendungen des Unternehmens

Ergänzt werden Metadaten aus den Bereichen Infrastruktur (Hardware-Komponenten), Web-Anwendungen sowie serviceorientierte Architektur. Das umfasst z.B. Informationen über XHTML-Elemente, JSF/JSP-Seiten, Java-Strukturen, Service-Verwendungen, Kommunikationskanäle, WAR-Files und Java-Pakete.

Der Versicherer profitiert von einer verbesserten unternehmensweiten Transparenz. So tragen effiziente Auswirkungsanalysen (Veränderungen, Wartung und Fehlerbeseitigung) dazu bei, Umsetzungsrisiken zu minimieren. Besonders relevant ist dies im Hinblick auf fachliche und technische Bereiche, die in der Abhängigkeitskette weit auseinanderliegen. Eine Datenbankänderung auf dem Mainframe kann z.B. Einfluss auf die Funktion einer Web-Portal-Anwendung ausüben. Eine Information, die selten gut dokumentiert und schnell verfügbar ist. Im konkret beschriebenen Projekt werden genau solche Informationen im Repository (ASG-Rochade) zentral gespeichert und über ein User Interface zugänglich gemacht. Das so geschaffene Information Asset nutzen u.a. Release- und Test-Manager, Anwendungs-Designer, Anwendungsentwickler sowie Projektleiter für ihre tägliche Arbeit.

Metadaten sorgen für Transparenz – können aber noch mehr: Im nächsten Beitrag beleuchte ich die Bedeutung von Metadaten für Change- und Configuration-Management-Prozesse.

 

Bildquelle: Shutterstock

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